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3 responses to “Liszt: Biographie eines Superstars” RSS icon

  • 5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    2.0 von 5 Sternen
    Klatschpresse und Promikult, 11. Juni 2011
    Rezension bezieht sich auf: Liszt: Biographie eines Superstars (Gebundene Ausgabe)

    Anlässlich des Lisztjahres habe ich mir diese Biografie gekauft, bzw. ich habe mir sie von einem Gutschein bestellt, den ich für ein Klavierspiel bei der Oberbürgermeisterin bekommen habe. Wenn ich es von mir bezahlt hätte, würde ich noch ein bisschen strenger bewerten.
    Oliver Hilmes holt hier alle Informationen hervor, auf die andere Biografen (bewusst oder unbewusst) verzichten. Hierbei handelt sich um Informationen, die am typischsten in der BILD-Zeitung stehen würden. Das interessiert mich 2 Wochen lang, wird aber schnell langweilig. Weil es am Ende auch unbedeutend ist. Bedeutend ist, was bleibt, was im Jahr 2011 bleibt, und nicht was vergangen ist.
    Wir haben an der Uni nie gelernt, wie man Fälle von Sex bei Musikerbiografien handhaben soll. Hilmes schreibt ausführlich, wann Liszt Sex hatte und mit wem. Insofern ist diese Biografie eine Innovation im Bereich der (sonst eher spießigen) Musikwissenschaft.
    Hilmes’ Strategie ist es, Liszt auf das Niveau eines Superstars zu heben bzw. zu senken, das ist m.E. Ansichtssache. Auf der ersten Seite betont er, dass Franz Liszt genau wie Madonna und Michal Jackson war. Ich glaube, das Buch dürfte in einem besonders für Frauen geeigneten Schreibstil sein. Affären, Herzklopfen, Applaus.
    So einige der Überschriften: “Rache ist süß”, “Niedere Weihen und höhere Instinkte”, oder:

    “SPIONIN IN SPITZENHÖSCHEN” (S.194) [diese Wortwahl findet man bei anderen Musikerbiografien nicht, glaubt mir, ich habe Musikwissenschaft studiert und ich stand oft genug vor den 100 Regalmetern Musikbücher in der SLUB]

    Und auf S. 76 kommt es endlich zu leicht konkreteren Informationen:

    “In dieser Zeit schliefen sie miteinander … ” usw.usf

    Diese Biografie konzentriert sich – wie schon 3x gesagt – auf derartige Dinge. Auch das Verhältnis zu Richard Wagner wird ausführlich dargelegt, auch in Bezug auf Hans von Bülow. Der berühmteste Ehebruch der Musikgeschichte, oder so ähnlich.
    Wenn man als Biograf solche Sexgeschichten ausgraben will, dann sollte man erstmal ein paar ARD-Krimis schauen. Am besten wäre es, wenn wir Kondome von Liszt finden würden, bla bla bla……

    Ob Oliver Hilmes die Noten kennt…? Ich würde es ihm jedenfalls gönnen. Auf den 400 Seiten gibt es jedenfalls keine Werkanalyse. Damit meine ich nicht die trockenen und nervigen Texte, sondern jene, wie sie sich in CD-Hüllen befinden, geschrieben von virtuosen und leidenschaftlichen Fans.
    Die Oratorien werden überhaupt nicht erklärt, auch nicht die Sinfonischen Dichtungen. Die Klavierkonzerte werden nicht mit anderen ihrer Zeit verglichen, nicht einmal auf schlampige Art, sondern gar nicht.
    Wenn man zu CHRISTUS, ELISABETH, VIA CRUCIS, 16 Werke für Klavier und Orchester, Ungarischen Rhapsodien, … wenigstens ein paar 0815- oder zumindest intuitive Werkeinführungen vorfinden würde…!
    Für Werk-Kurzinfos ist Wikipedia besser (umfangreicher) oder auch jpc.de, wenn man sich die Werbeslogans zu den jeweiligen CDs durchliest.

    Aber stattdessen:

    “In dieser Zeit schliefen sie miteinander…” (s.o.)

    Ein ausdrückliches Lob an die Bebilderung des Bandes. Die Fotos sind gut gewählt und veranschaulichen die Stationen in seinem Leben auf plausible Art. Notenbeispiele gibt es nicht (außer einmal als Autograph).

    Im Literaturverzeichnis fehlen 5 mir bekannte Liszt-Biografen.

    Auf Seite 343 wird erwähnt, dass Liszt ein starker Alkoholiker war.

    Fazit: Ich habe es nicht bereut, diese Biografie zu lesen. Aber Goldstandard für Leben&Werk-Bücher ist es nicht, vermute ich.

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  • Heidi Zengerling "Bücherfreak"

    9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Liszt der Superstar, 11. April 2011
    Rezension bezieht sich auf: Liszt: Biographie eines Superstars (Gebundene Ausgabe)

    In Leipzig zur Messe durfte ich Oliver Hilmes kennen lernen, dessen
    neues Buch ich euch heute vorstellen möchte. Es ist das zweite, welches
    ich aus seiner Feder gelesen habe, und ich war wieder einmal
    beigeistert, wie genial er den Stoff rüberbringt, den er im Buch
    verarbeitet, wie perfekt recherchiert und spannend er schreibt und wie
    überaus unterhaltsam die Lebensdaten zu der beschriebenen Person
    rüberkommen.

    Die Fachwelt ist von seinen Büchern begeistert, und ich kleines Licht
    bin dies auch !!!

    Inhalt und Gliederung:
    ==============
    Das Buch ist in Prolog, 7 Kapitel, Nachspiel, Dank, Anmerkungen,
    Quellen, Personenregister und Bildnachweis gegliedert.

    Kindheit und Jugend
    Probieren und studieren
    Annees de Pelerinage
    Saus und Braus
    Weimar
    Rom
    La Vie Trifurquee

    Ich finde, dass diese Einteilung sehr gut gewählt ist, so kann man über
    Liszts Kindheit und Jugend perfekt in sein Leben, Schaffen und Wirken –
    in seine Entwicklung – einsteigen und bekommt von klein auf mit, wie er
    zu diesem Menschen werden konnte, als den die Welt ihn noch heute kennt
    und liebt.

    Meine Meinung zum Buch:
    ================

    Das Buch liest sich wie ein Krimi, spannend und unterhaltsam. Es gibt –
    so möchte ich behaupten – wirklich komplett alle Infos wieder, die man
    zu Liszt wissen sollte, um diesen Menschen als Menschen und als
    Komponisten verstehen und einordnen zu können.

    Auf unterhaltsame Art und Weise werden die Fakten zu Liszts Leben
    aufgezeigt. Ob dies Geschichten aus seinem privaten Leben oder
    Ereignisse hinsichtlich seiner beruflich/musikalischen Laufbahn sind,
    spannend, aufschlussreich, komplex und detailliert – leicht verständlich
    für jedermann – werden hier die Daten und Fakten in Romanform
    aufgeführt.

    Das Besondere des Menschen Liszt kommt außerdem gut rüber. Er war ein
    Revolutionär der Musik und schon damals eine Berühmtheit. Seine
    exzentrischen Eigenschaften kommen genauso zur Geltung, wie seine
    anderen Charakterzüge, die Hilmes perfekt auseinander nimmt und
    analysiert, mit der Zeit in Verbindung bringt und seiner Arbeit
    gegenüberstellt. Hilmes hebt Liszt nicht in den Himmel, sondern
    betrachtet ihn real mit all seinen Stärken und Schwächen. Faszinierend
    beschreibt er Leben und Werk des Komponisten

    Kurze Leseprobe:
    ===========

    Doch im Laufe der Jahre entwickelten die Mädchen wirksame
    Verdrängungsmechanismen. Sie schrieben ins ferne Weimar genau das, was
    man dort hören wollte. Sie zensierten sich gewissermaßen selbst und
    arrangierten sich – zumindest nach außen – mit ihrer Situation, die so
    jedenfalls nicht noch schlimmer wurde. Die Grenze zu Heuchelei und
    Liebedienerei war dabei zwangsläufig fließend. Madame Patersi sei in der
    weiblichen Dressur unerbittlich, schwärmte Blandine einmal: Sie
    versichert uns, dass unsere Ehemänner uns später all das, was sie uns
    vorwirft, nicht mehr durchgehen lassen werden.” Und weiter ….

    Bildmaterial:
    ========

    Zahlreiches s/w Bildmaterial untermalt die interessanten und
    aufschlussreichen Texte. So werden sehr persönliche Fotos gezeigt,
    Zeichnungen oder Ansichtskarten, Plakate oder Abbildungen von Personen,
    die in Liszts Leben eine Rolle spielten.

    Das Liszt ein großartiger Komponist war, ist vielen klar, aber er war
    viel mehr, er war Klaviervirtuose, Freigeist, Frauenschwarm …. – und all
    diese Personen werden im Buch beschrieben. Seine Musik spiegelt diese
    verschiedenen Menschen und Charakterzüge wider. Hilmes zeigt all diese
    Eigenschaften, deckt diese auf und nimmt Liszt sozusagen seine Maske ab.
    Warum seine Musik so war, wie sie war, kühn und auftrumpfend, eigentlich
    lässig und auch zärtlich-fragil, diesen Fragen geht Hilmes nach und
    beantwortet sie aus der Recherche heraus, die sehr umfassend gewesen
    sein muss, um ein solch komplexes Werk erschaffen zu können.

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  • Tita Furst Koren "Tita Fürst-Koren"

    6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
    5.0 von 5 Sternen
    Eine gelungene Biographie, 2. April 2011
    Von 
    Rezension bezieht sich auf: Liszt: Biographie eines Superstars (Gebundene Ausgabe)

    Wieder gelingt es Oliver Hilmes die Biographie zu schreiben über den Menschen, Musiker, Genius, Herzensbrecher, Vater…usw., von den man dachte, es kann nicht viel neues dazu kommen. Aber das Buch ist mehr als eine Biographie, es liest sich wie ein Roman. Dabei verliert der Autor nie seinen Ziel vor Augen, Franz Liszt aus allen möglichen Aspekten zu beschreiben.
    So treffen wir den Wunderknaben (einen neuen Mozart? Nein!), den der Vater Adam schnell zu vermarkten weiss. Nach Vaters Tode und einer relativ kurzen Zeit der Ratlosigkeit begann die bemerktenswerte Karriere des Pianisten und auch Komponisten F. Liszt! Als Komponist war er und ist von manchen noch immer verkannt. Nebenbei gelingt es O. Hilmes ohne zu moralisieren F. Liszt als Menschen darzustellen. Einen Menschen, der die Frauen liebte und umgekehrt, der mit Publikum “spielen” wusste wie kein anderer vor ihm. Liszt war eine vielschichtige Persönlichkeit.
    Als Starpianist wusste er sich in die Szene zu setzen, deswegen ist der Titel des Biches ideal. Er war ein Superstar, ein Rock- oder Popstar wäre er in heutigen Zeit.
    Dabei und deswegen blieben viele andere Sachen an der Strecke, den Kindern wurde zwar eine Schulbildung ermöglicht, aber sowohl die Mutter wie auch der Vater fehlten. Es blieb keine Zeit für sie im turbulenten Leben des Musikers. Er war entweder immer auf der Tour oder mit Komponieren beschäftigt. Nebenbei fehlen bis zum Tode nie die Frauen, zwei von ihnen waren seine Lebensgefährtinnen, mit anderen komplizierte er sein Leben zusätzlich. Dass er religiös war, half da nicht viel (ausser für die sakrale Musik). Und doch war er ein warmherziger Mensch, ein guter Freund, ein vorzüglicher Lehrer mit neuen Methoden.
    Über seinen Tod in Bayreuth hat O. Hilmes schon im Buch über Liszt’s Tochter Cosima Wagner berichtet. Die Umstände waren eine Tragödie, die man schwer versteht. Aber es waren so viele alte Emotionnen im Spiel, Cosima war aber auch ganz die Tochter des Vaters. Kalamitäten gehörten zum Leben und Sterben in dieser Familie.
    Das Lesen mach Lust nach der unsterblichen Musik des Komponisten.
    Sonst warte ich schon auf die nächsten Bücher des Autors. Ein Lob und vielen Dank.

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